Selbstverwaltetes Seminar: Kunst und Kritik
Oktober 11, 2010 at 2:29 pm b3nsch Hinterlasse einen Kommentar
Es wird in diesem Semester ein selbstverwaltetes Seminar von der FSI-AVL geben:
“Kunst will das, was noch nicht war, aber alles, was sie ist, war schon,“ schreibt Theodor W. Adorno in seiner Ästhetischen Theorie. Das selbstverwaltete Seminar wird der Frage nachgehen, welche Möglichkeiten Kunst aufgrund der ihr häufig zugesprochenen Zweckfreiheit hat und wie Kritik von Kunst und Gesellschaft heute aussehen kann. Der Begriff der Kritik soll dabei offen behandelt werden und anhand verschiedener Konzepte des 20. Jahrhunderts Kontur gewinnen. Dazu sollen unterschiedliche Perspektiven auf Kunst und Kritik eröffnet werden:
Während der Begriff „Kritische Theorie“ im Deutschen eindeutig eine Bezeichnung für das Kritikkonzept der Frankfurter Schule ist, bleibt das Englische „critical theory“ als Oberbegriff inhaltlich unbestimmt. Entlang dieser Unterscheidung möchten wir uns zum einen mit der „Kritischen Theorie“ der Frankfurter Schule (Adorno, Horkheimer, Löwenthal) und ihres Umfeldes (Benjamin, Kracauer) auseinandersetzen, zum Anderen neuere Ansätze diskutieren, die sich sich unter „critical theory“ im weiteren Sinne verorten lassen (Foucault, Deleuze, Latour, Agamben).
Bindeglied dieser sehr heterogenen Konzepte soll zum Einen die Frage nach dem Verhältnis zwischen Kunst und Kritik sein, zum Anderen das Ziel, durch eine vergleichende Betrachtung eine erste Orientierung darin zu gewinnen, was „Kritik“ heute bedeutet.
Die Organisatoren verstehen sich dabei nicht als Dozierende, sondern wollen gemeinsam im Seminar der dargestellten Frage nachgehen. Aus diesem Grund wird der Verlauf des Seminars nicht an einen festen Leseplan gebunden sein, sondern speist sich aus einem vorher gesichteten Textpool /Textkanon, der mit den Studierenden besprochen wird.
Das Seminar richtet sich in erster Linie an Erstsemester, steht aber allen Studierenden offen, die sich mit den Möglichkeiten und dem Verhältnis von Kunst und Kritik beschäftigen möchten.
Wir freuen uns auf euch und hoffen auf zahlreiches Erscheinen.

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